Hast du schon einmal dein Gehäuse geöffnet, kurz nachdem du über eine lange Periode an ihm gearbeitet oder ein besonders leistungsstarkes Game gespielt hast? Dann ist dir sicher aufgefallen, dass sich im Innenraum eine große Menge Wärme gestaut hat. Damit diese deiner Hardware nicht schadet oder dein Rechner gar abstürzt, weil er überhitzt, braucht es geeignete Gehäuselüfter. Was diese wirklich können müssen, wie viele du brauchst und worauf du sonst noch achten solltest, erfährst du bei uns!

Gehäuselüfter: Die Basics

Bevor wir genauer auf die eigentlichen Spezifikationen eingehen, die dein Gehäuselüfter erfüllen sollte, wollen wir erst einmal ein Grundwissen aufbauen. Denn während dir wahrscheinlich klar ist, dass die Aufgabe des kleinen Helfers ist, deinen Rechner schön kühl zu halten, gibt es noch viel mehr Interessantes zu erfahren.

Der Aufbau eines PC-Lüfters ist eigentlich erdenklich simpel: Er besteht aus einem kleinen Ventilator, welcher in einen Rahmen eingespannt ist. In der Regel wirst du hier genormte Größen finden, sodass für jedes Gehäuse das perfekte Modell zu bekommen ist. Einmal eingesetzt, saugen sie dann die warme Luft aus dem Innenraum an und geben sie an die Außenwelt ab. Gesteuert wird das Ganze übrigens über einen Elektromotor, welcher in der Regel direkt über das Netzteil mit Strom versorgt wird.

So kann die Betriebstemperatur deiner Hardware gesenkt werden. Das schützt sie nicht nur vor Überhitzung oder gar einem möglichen Totalausfall. Eine effektive Gehäuselüftung kann auch dazu beitragen, die Gesamtleistung deines PCs zu steigern. Denn egal, wie High-End deine Grafikkarte und Prozessor sind: Wenn die Kühlung nicht stimmt, wirst du nie das volle Potential ausschöpfen können.

Zuletzt aktualisiert am 4. März 2024 um 5:56 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

PC-Lüfter Arten – oder: Was du wirklich brauchst

Während Gehäuselüfter im Aufbau immer gleich sind, unterscheiden sie sich in einigen anderen Punkten. Allen voran sollte hier die Größe genannt werden. Denn diese ist entscheidend dafür, dass dein Wunschmodell später auch wirklich in deinen Rechner passt. Zudem solltest du auf die Kenngröße des Luftdurchsatzes und den Stecker achten. Eher eine Spielerei, aber aus dem modernen Gaming-PC eigentlich nicht mehr wegzudenken, sind LEDs – was es bei all diesen Punkten genau zu beachten gilt, erfährst du jetzt!

Die Lüftergröße: Je größer, desto besser?

In der Regel wird die Größe von Gehäuselüftern in Millimeter angegeben und bewegen sich zwischen 80 und 230 mm. Du siehst also schon: Die Spanne ist riesig, da ist es nicht immer leicht den passenden zu finden. Grundlegend wird deine Wahl zunächst durch dein Case limitiert. Denn, wenn du dich nicht gerade selbst daran rumbasteln möchtest, kannst du dich an den hier vorgesehenen Vorrichtungen orientieren. Übrigens: Du bist am Case Modding interessiert? Dann sieh dir mal unseren Beitrag zum Thema an, dort findest du hilfreiche Informationen!

Die meisten Computergehäuse erlauben Lüfter im Rahmen von 120 bis 140 mm – das sind also auch die beliebtesten Modelle. Für einen Mini-PC  hingegen werden lieber 80 mm und für den großen Tower auch gern einmal 230 mm verwendet. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, welche Größe bei dir möglich ist, schau am besten einmal ins Handbuch oder leg einfach selbst das Lineal an der entsprechenden Stelle an.

Hast du die Wahl zwischen unterschiedlichen Größen oder willst du dir eh ein neues Case kaufen, dann empfehlen wir eher eine Variante mit einem größeren Durchmesser. Denn je länger die Ventilatorblätter, desto mehr Luft können sie auch abtransportieren und entsprechend effizienter sind sie auch. Jedoch solltest du dir bewusst sein, dass die bessere Leistung oft auch mit einem höheren Geräuschpegel einhergeht – dazu aber weiter unten mehr.

Der Luftdurchsatz: Wie viel leistet der Lüfter denn nun?

Die Leistung eines PC-Lüfters lässt sich natürlich nicht nur an seiner Größe festmachen. Vielmehr ist das nur einer der Indikatoren neben der Motorleistung und der Beschaffenheit der Blätter. Um dir aber einen guten Eindruck zur Effizienz zu geben, wird eine Angabe zum Luftdurchsatz gemacht. Dieser beschreibt die Menge an Luft, die je Sekunde in den Rechner bzw. aus ihm heraus getragen wird.

In Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern wird diese Angabe in Kubikmeter pro Stunde (m3/h) getroffen. Für einen leistungsstarken Gaming-PC sind dabei Angaben zwischen 150 und 200 m3/h ideal. Willst du deine Gehäuselüfter allerdings in den USA ordern, wirst du wahrscheinlich auf die Einheit cfm treffen – diese steht für Kubikfuß je Minute. Umrechnen kannst du das grob mit dem Faktor 0,589 (also 1 m3/h = 0,589 cfm). Ein vergleichbarer Lüfter sollte sich also zwischen 90 und 120 cfm bewegen.

Der Stecker: Wie viel Kontrolle brauchst du?

Natürlich muss dein Lüfter nicht nur mit deinem Gehäuse, sondern auch mit dem Motherboard kompatibel sein. Denn hierüber wird er im Endeffekt gesteuert. Dabei gibt es unterschiedliche Anschlüsse, die dir unterschiedlich viel Kontrolle über dein Modell gewähren. Vor allem in Gaming-PCs solltest du hier darauf achten, mindestens zu einem 3-Pin-Modell zu greifen.

Während der erste und der zweite Pin nämlich essentiell sind, damit der Lüfter überhaupt funktioniert, ermöglicht dir der dritte, optionale Pin die Drehgeschwindigkeit anzupassen. Ist dir das Ganze also einmal zu laut, kannst du sie einfach runterdrehen. Brauchst du dann wieder mehr Power, stellst du sie wieder hoch. Das Ganze kannst du entweder direkt über das BIOS oder auch über eine spezielle Software machen.

Während diese Be- bzw. Entschleunigung bei einem 3-Pin-Gehäuselüfter über die Voltzahl vorgenommen wird (also: je weniger Spannung, desto langsamer die Drehung), ist das beim 4-Pin-Modell anders. Der vierte Stecker sendet nämlich kleine Impulse, die im Endeffekt dafür sorgen, dass sich ein Lüfter schneller oder langsamer dreht. Dabei bleibt die Voltzahl die ganze Zeit gleich. Das hat den Vorteil, dass die Lüfter nicht irgendwann einmal aufgrund von Spannungsmangel ausgehen.

Den Gehäuselüfter einbauen: Kein Hexenwerk

Im Grunde ist das Gehäuselüfter Einbauen recht einfach. Denn hier hast du – zumindest wenn du ein fertiges Case kaufst – schon vorgefertigte Ausschnitte, in die das Bauteil eingesetzt werden muss. Hier sollten sich auch kleine Sockel finden, auf die der Ventilator dann aufgeschraubt werden kann. Noch unkomplizierter ist das Ganze natürlich, wenn stattdessen Klappen vorhanden sind, in die er einfach eingespannt wird.

Nun geht es darum, den Luftstrom richtig zu setzen. Für eine optimale Zirkulation sollten die gegenüberliegenden Lüfter in die gleiche Richtung arbeiten. Das bedeutet also zum Beispiel, dass jener an der Front Luft einsaugt und der an der Rückseite diese wieder nach draußen abgibt. Gleiches gilt auch für Ventilatoren an der Ober- und Unterseite.

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Damit du aber nicht erst ausprobieren musst, in welche Richtung sich die Lüfter nun eigentlich drehen, gibt es an eigentlich allen Modellen am Rahmen eine Kennzeichnung. Ein kleiner Pfeil zeigt hier die Luftstromrichtung an. Entsprechend dieser schraubst du deinen Ventilator nun an der passenden Stelle an und steckst den Pin auf das Mainboard. Der Anschluss sollte mit der Bezeichnung FAN ausgeschrieben sein. Falls du dir unsicher bist, schau am besten einmal ins Handbuch.

Ein stimmiges Gesamtsystem

Fragst du dich jetzt, wie viele Lüfter du wirklich brauchst? Das kommt ganz auf deine Komponenten und die Nutzung deines PCs an. Denn ein Office-Computer kommt meist schon mit zwei Ventilatoren aus, die einen Luftstrom bilden. Ein Gaming-Rechner hingegen setzt gut und gerne auch schon einmal auf bis zu zehn. Während das für die meisten doch etwas Overkill ist, solltest du am besten ein gutes Mittelmaß von fünf bis sechs nutzen.

Ergänzt wird das System durch spezielle Kühlsysteme für die Grafikkarte und den CPU – diese sind nämlich besonders prädestiniert für ein Heißlaufen. Hier kannst du statt einer Luftvariante auch auf eine Wasserkühlung setzen. Was die Vorteile davon sind, haben wir dir in einem separaten Blogbeitrag erklärt.

Übrigens: Ist dir dein PC-Lüfter zu laut? Dann kannst du das, wie schon zuvor erwähnt, am besten über die Einstellung zur Geschwindigkeit lösen (falls du ein 3- bzw. 4-Pin-Modell gewählt hast). Wird der PC dann zu heiß, kann es hilfreich sein, die Leistung auf mehrere Ventilatoren aufzuteilen, also hier aufzurüsten und alle auf einer geringeren Drehzahl laufen zu lassen. Alternativ kannst du auch kleinere Varianten einbauen, denn diese sind insgesamt auch leiser. Wofür du dich auch entscheidest, achte immer darauf, dass alle deine Komponenten gut gekühlt sind. Die Temperatur kannst du auch im Task-Manager überprüfen.

Quellen
www.computerbild.de/…/gehaeuseluefter-test/
www.ratgeber.pcgameshardware.de/pc-luefter-test-beste-gehaeuseluefter-ratgeber
www.pcgames.de/…/Silent-Gaming-Power-Tipps-Ratgeber-und-Kaufberatung-rund-um-einen-leiseren-Silent-PC-819467/4/