Die ersten DDR5 RAM-Riegel sind erschienen und schon jetzt fragen sich viele Gamer, ob sich der Einsatz wirklich lohnt. Brauchst du die neue Generation des Arbeitsspeichers zum Zocken? Was kann er überhaupt und was ist der Unterschied zum Vorgänger? Wir wollen dir die wichtigsten Fakten mit an die Hand geben, damit du eine Entscheidung treffen kannst, ob und wann sich die Investition lohnt. Lies hier weiter!

Die Basics: Was heißt DDR5 eigentlich?

Willst du zum ersten Mal einen eigenen PC zusammenbauen oder auch ein fertiges Modell kaufen? Dann hast du bisher vielleicht schon einmal gehört, was der Arbeitsspeicher ist, kannst seine Nutzung aber noch nicht so richtig zuschreiben. Kein Problem. Die RAM-Riegel an sich verstehen sich als eine Art Zwischenspeicher im Computer. Hier werden Daten kurzzeitig abgelegt und weiterverarbeitet.

Zwei RAM-Riegel liegen aufeinander

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Jedes Mal, wenn du deinen Rechner neu startest, wird der Arbeitsspeicher geleert. Hier liegen also wirklich immer nur aktuell genutzte Daten. Viele Spiele brauchen jede Menge RAM – abhängig von ihrer Grafik, ob sie Open-World sind und wie detailliert das System ist. Um herauszufinden, welche Leistung und Speicherkapazität für dich sinnvoll ist, empfehlen wir dir unseren separaten Beitrag zum RAM-Speicher.

Hier hingegen wollen wir wirklich auf den DDR5 RAM eingehen. Dabei handelt es sich um die neuste Generation des Arbeitsspeicherstandards DDR-SDRAM (Double Date Rate Synchronous Dynamic Random Access Memory). Er soll mit Markteinführung 2021 die 2014 vorgestellten DDR4 RAMs ablösen und ersetzen.

Schneller, besser, stärker: Was bringt DDR5 RAM?

Eigentlich ist es schon fast ein Wunder, dass die Einführung des DDR5 RAMs so lange gedauert hat. Schließlich läuft in der Technik-Branche eigentlich alles unter dem Motto schneller, besser, stärker. Darum kommen auch jährlich neue Grafikkarten-Modelle, Prozessoren und sogar Mainboards auf den Markt, die noch mehr aus deinem Computer rausholen sollen. Warum hat dann der Arbeitsspeicher so lang auf sich warten lassen?

Ein Blick in die Vergangenheit: Die Geschichte des DDR-SDRAM

Die ersten DDR-SDRAM Speicherchips kamen schon 1999 auf den Markt. Jedoch waren sie nur für den professionellen Gebrauch gedacht und unglaublich teuer. Erst 2002 konnten sie sich dann beim Endverbraucher durchsetzen. Die zweite Generation erschien dann ein Jahr später, brauchte aber ebenfalls zwei Jahre, um sich wirklich zu etablieren. Ähnlich war es auch mit dem 2007 vorgestellten DDR3-Riegeln.

Während die Entwicklung allerdings anfangs noch relativ schnell voranging, benötigte der aktuelle Standard des DDR4-RAMs ganze sieben Jahre zur Veröffentlichung. Erst seit 2017 gehört er nun wirklich zum Non-Plus-Ultra für die meisten PCs. Du kannst also wahrscheinlich davon ausgehen, dass es beim DDR5 Arbeitsspeicher nicht anders sein wird und dieser erst sich ab etwa 2023 erst richtig etablieren wird – dazu später aber noch mehr.

Geschwindigkeit: So schnell ist die neue Generation

Werfen wir nun einmal einen Blick auf die Daten. Fest steht, dass über die Generationen hinweg die Taktfrequenz und die Transferrate immer weiter angestiegen sind, wohingegen die Spannung abgenommen hat. Dieses Schema kannst du auch beim DDR5 RAM beobachten. So warten die Speichermodule mit bis zu 36 % mehr Geschwindigkeit im Gegensatz zur Vorgängergeneration auf. Allgemein soll der neue Standard mindestens eine Bandbreite von 38,4 GB/s mitbringen.

Zum Vergleich: Die aktuell besten DD4-Module können maximal 25,6 GB/s abbilden. Angekündigt wurde der hochleistungsfähigste DDR5-6400 hingegen mit Werten von 51,2 GB/s. Ein gigantischer Unterschied, der laut den führenden Herstellern sogar noch ausgebaut werden kann.

Möglich wird das Ganze dank der zwei Kanäle, die direkt am Arbeitsspeicher verbaut werden. Es ist also im Grunde so, dass sich jeder DDR5 RAM-Riegel schon von Haus aus im Dual-Channel-Betrieb befindet. Steckst du dann zwei Module entsprechend zusammen, laufen sie im Quad-Channel. So bekommst du ganz schnell ein unglaubliches Powerhouse in deinen PC. (Übrigens: Bist du dir nicht sicher, was dieser Multi-Channel-Betrieb eigentlich bringt? Das kannst du in unserem allgemeinen RAM-Speicher Beitrag nachlesen!)

Speichervolumen: weniger Riegel, mehr Power

Doch neben der Geschwindigkeit ist natürlich ebenfalls der Speicher an sich interessant. Auf einem Riegel befinden sich mehrere sogenannte Speicherchips, die nebeneinander gestackt werden und den Gesamtspeicher definieren. Bei einem Riegel können pro Seite maximal acht Chips verwendet werden. Beim DDR4 waren diese jeweils maximal 4 GB groß. Ein einzelner, herkömmlicher (also nicht für Server designter) Arbeitsspeicher konnte also auch höchstens 64 GB Speichervolumen bieten.

Beim DDR5 sollen hingegen bis zu 8 GB je Speicherchip möglich sein. Samsung hat beispielsweise schon ein 512 GB Modul angekündigt. Das mit der erhöhten Schnelligkeit bringt immense Möglichkeiten und Chancen für die Gaming-Industrie aber auch den professionellen Gebrauch mit.

DDR5 zum Zocken – lohnt sich das?

Das klingt ja alles schön und gut, aber du fragst dich jetzt, ob man die neuen Arbeitsspeicher zum Zocken auch wirklich braucht? Die Antwort ist Jein. Momentan gehören sie natürlich einfach noch nicht zum Standard und sie werden sich wahrscheinlich vor 2023 nicht zu diesem entwickeln. Und selbst dann: Wie es heute noch ohne Weiteres möglich ist, Spiele mit DDR3-Riegeln zu zocken – solange genug Speichervolumen vorhanden ist – wird es auch lange Zeit weiter so bleiben.

Jedoch werden neue AAA-Titel natürlich so konzipiert, dass sie immer realistischer wirken, mehr Spannung und neue, clevere Mechaniken mitbringen. Das bedeutet gleichzeitig, dass sie immer mehr RAM benötigen und umso schneller dessen Geschwindigkeit, desto flüssiger am Ende auch das Game. Bist du allerdings sowieso eher ein Freund von Dauerbrennern wie CS.GO oder LoL kannst du getrost aufs Aufrüsten verzichten. Denn diese Spiele sind so konzipiert, dass sie eigentlich auf jedem Rechner laufen.

Das Gegenteil ist übrigens der Fall, wenn du streamst. Denn die Live-Übertragung (sowie reguläre Bildschirmaufnahmen) fressen zusätzlichen Arbeitsspeicher. Hier kannst du also enorm vom neuen DDR5 RAM profitieren. Ähnlich verhält sich das, wenn du einen eigenen Server aufsetzt. Diese benötigt ebenfalls deutlich mehr Leistung als der herkömmliche PC und kann darum mit der neuen Generation aus dem Vollen schöpfen.

Fazit: Lohnt sich das Warten auf DDR5 RAM?

Schon Mitte 2020 wurde der DDR5 RAM vollständig spezifiziert und kam nun, etwa ein Jahr später, auf den Markt. Jedoch kannst du den neuen Riegel, auch wenn du ihn dir jetzt kaufst, noch gar nicht verwenden. Denn dazu brauchst du einen kompatiblen Prozessor sowie ein passendes Mainboard. Und diese sind schlichtweg noch rar.

Denn während der DDR5 Riegel im Prinzip mechanisch fast identisch zum Vorgänger ist (Abmessung und Anzahl der Pins stimmen überein), hat er doch eigene Anforderungen an die CPU und das Motherboard. Damit hier also keine Unfälle passieren, ist die Einsparung bei den Riegeln auch an einer anderen Stelle. Da die RAMs nicht abwärtskompatibel sind.

Erst wenn also alle Komponenten wirklich auf dem Markt erschienen sind und sich ein wenig etabliert haben, solltest du darüber nachdenken deinen PC aufzurüsten. Denn schließlich ist das auch mit einem – nicht gerade geringen – Kostenaufwand verbunden. Brauchst du hingegen eh einen neuen Computer, arbeitest zum Beispiel noch mit DDR3-RAM, dann kannst du durchaus schon eher umsteigen.

Weiterführende Links
www.wikipedia.org/wiki/DDR-SDRAM
www.computerbase.de/…/ddr5-speicher-samsungs-512-gb-modul-mit-7.200-mt-s-und-hkmg/
www.gamestar.de/artikel/ddr5-wann-relevant-fuer-spieler,3370750.html
www.gamestar.de/…/ddr5-ram-verfuegbar-preis,3371263.html
www.pcbuildersclub.com/…/wann-kommen-ddr5-und-pcie-5-0-in-gaming-pcs-und-braucht-man-das/